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Blog / Der geheime Motor unserer Konsumgesellschaft

Die "geplante Obsoleszenz".
Wir sind Opfer der "geplanten Obsoleszenz". Konkret geht es bei der geplanten Obsoleszenz um das planmäßige Kaputtwerdenlassen bzw. die schon in der Herstellung vorgesehene Lebenszeitbegrenzung von Gebrauchsgegenständen, um die Neuproduktion und den Konsum anzukurbeln. Wir sollen offenbar Dinge auf Kredit kaufen, die wir gar nicht brauchen. In unserer Gesellschaft ist die Wirtschaft auf Wachstum aufgebaut. Es geht nicht darum Bedürfnisse zu befriedigen, sondern alleine das Wachstum zählt. Wenn es kein Wachstum mehr gibt ist es eine Katastrophe. Dieses Denken begleitet uns nun schon seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Damals begannen Industrielle die Lebensdauer Ihrer Produkte zu verkürzen um die Nachfrage zu steigern und den Konsum anzukurbeln. Ingenieure und Designer wurden dazu gedrängt neue Zielvorgaben einzuhalten. Der Start der "geplanten Obsoleszenz" wurde somit gelegt.

Mit der Schaffung eines Kartells in den 20er Jahren, das die Lebensdauer von Glühbirnen begrenzt, gewinnt in den 50er Jahren mit der Entstehung der Konsumgesellschaft die "geplante Obsoleszenz" weiter an Boden. Heute wollen sich viele Verbraucher nicht mehr mit diesem System abfinden. Wir brauchen nur bei uns in den Abfallsammelzentren schauen wie viele Elektrogeräte da täglich abgegeben werden. Die Container sind rasch gefüllt mit Waschmaschinen, PC's und Co.

Glühbirnen, Nylonstrümpfe, Drucker, Mobiltelefone,... bei den meisten dieser Produkte ist das "Ablaufdatum" bereits geplant. Die Verbraucher sollen auch veranlasst werden, lieber einen neuen Artikel zu kaufen, als den defekten reparieren zu lassen. Ein neuer Artikel ist ja in der Regel meistens sogar billiger als eine Reparatur. Die bewusste Verkürzung der Lebensdauer eines Industrieerzeugnisses, um die Wirtschaft in Schwung zu halten, ist schlicht weg für unsere Umwelt ein Wahnsinn! Gott sei Dank wollen sich viele Konsumenten nicht mehr mit diesem System abfinden. 

Als Beispiel für dessen verheerende Umweltfolgen unserer Wegwerfgesellschaft zeigt die Dokumentation unten die riesigen Elektroschrottdeponien im Umkreis der ghanaischen Hauptstadt Accra. Neben diesem schonungslosen Blick auf die Wegwerfgesellschaft stellt Filmemacherin Cosima Dannoritzer auch die Lösungsansätze von Unternehmern vor, die alternative Produktionsweisen entwickeln. Menschen, die nachhaltig denken fordern, die Technik auf sie möge sich auf ihre ursprüngliche Aufgabe zurückbesinnen, denn es geht ja um die dauerhafte Erleichterung des Alltags ohne gleichzeitige Verwüstung des Planeten.

Diese Dokumentation „Kaufen für die Müllhalde" wurde vor einiger Zeit in ARTE ausgestrahlt und ist hier zu sehen. Absolut empfehlenswert und wohl kaum zu glauben.



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3 Kommentare zu "Der geheime Motor unserer Konsumgesellschaft"

Christian Schreyer

30.09.2011 11:57:39
ja, es ist tatsächlich schwer krank, dass der Wirtschaftsmotor nur am Laufen gehalten wird, wenn Dinge durch bewusstes rasches Kaputtgehenlassen ständig nachgekauft und erneuert werden müssen. Die EU-Abfallrahmenrichtlinie schreibt als oberste Priorität der Abfall- und Stoffstromwirtschaft die Wiederverwendung noch vor dem stofflichen oder thermischen Recycling vor. Nur wie sollen wir Wiederverwendung tatkräftig umsetzen, wenn in dem soeben liebgewonnenen Gerät ein findiger Techniker bereits im Herstellungsprozess irgend so einen Chip mit Ablauffrist eingebaut hat, (wie es ja anhand der Darstellung des spanischen Druckers sehr klar vor Augen geführt wird)?
Möge man einem technischen und energiewirtschaftlichen Neuerungsprozess auch Rechnung tragen, indem man sagt gut, die Kamera ist veraltert, da gibt es jetzt die dreifachen Pixel am Markt, oder der Computer, ja, der schafft die leistungsstarken Programme nicht mehr, da muss halt ein neuer her, der Kühlschrank aus den 90er-Jahren ist nicht energieeffizient genug..... Doch wenn die Gegenstände einmal planmäßig schon in der Herstellung mit einem vorgesehenen Datum kaputtgemacht werden, dann ist man mit seinem Verständnis schlicht am Ende. Dann ist das System tatsächlich schon in seinen Wurzeln krank!!

Chiptuning

26.01.2016 20:05:28
Das finde ich sehr gut, vielen dank für tolle Beitrag.
LG aus St. Pölten

murtalinfo

27.01.2016 14:11:16
...bitte gerne :)

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