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Verstümmelt - Wie sich Frauen gegen Beschneidung wehren

Verstümmelt - Wie sich Frauen gegen Beschneidung wehrenMittwoch, 8. März 2017

Ein junge somalisch-stämmige Norwegerin nimmt den Kampf gegen die Beschneidung junger Mädchen und Frauen in ihrem Herkunftsland Somalia auf. Sie setzt dabei die Arbeit ihrer Mutter fort, die schon in den 1990-er Jahren als eine der ersten in Äthiopien begonnen hat, sich als Aktivistin gegen die weibliche Genitalverstümmelung einzusetzen und junge Mädchen aufzuklären.

Die Geschichte von Waris Dirie ging um die Welt. Es ist die Geschichte der Genitalverstümmelung einer Frau, wie sie täglich 8.000 Mal auf der Welt praktiziert wird.

Unter weiblicher Genitalverstümmelung werden „alle Verfahren, die die teilweise oder vollständige Entfernung der äußeren Genitalien zum Ziel haben, sei es aus kulturellen oder anderen nichttherapeutischen Gründen“ verstanden, so die WHO. Es gibt dabei keine religiöse Vorschrift. Es handelt sich um eine jahrtausendealte Tradition.

Weltweit müssen laut Weltgesundheitorganisation (WHO) 140 Millionen Mädchen und Frauen mit den Folgen von Genitalverstümmelung leben. Die uralte Praxis ist zwar überwiegend in Afrika verbreitet, wird jedoch in 41 Staaten weltweit praktiziert. Auch hierzulande ist FGM (Femal Genital Mutilation, so die gängige Bezeichnung) schon lange keine Randerscheinung mehr. Durch die Migration wurde sie auch hier zum Thema. In Österreich wird die Zahl der betroffenen Frauen auf 8.000 geschätzt, etwa 1.900 davon leben in Wien.

Weibliche Beschneidung ist in Österreich gesetzlich verboten. Sie erfüllt den Tatbestand schwerer Körperverletzung und gilt als grobe Menschenrechtsverletzung. Eltern werden auch bestraft, wenn die Beschneidung der Tochter auf Heimaturlaub erfolgt.

Sensibilisierung für Gesundheitspersonal

In Wien gibt es verschiedene Betreuungsprogramme. Es gibt Beratungsgespräche auf verschiedenen Sprachen mit Betroffenen, sowie Aufklärungsarbeit bei den Eltern und präventive Workshops mit Mädchen, so Eljeledm. Das Thema wird jedoch stark tabuisiert. Die Betroffenen wenden sich daher kaum von alleine an die entsprechenden Einrichtungen. „Wir sind deswegen nicht nur in unserem Zentrum aktiv, sondern gehen beispielsweise regelmäßig in Einrichtungen für Asylwerberinnen. So erfahren die Frauen von uns und sehen, dass ihnen hier geholfen werden kann“, so Eljeledm.

Besonders Gesundheitspersonal wird speziell geschult

Auch jene Berufsgruppen, die am meisten mit Betroffenen in Kontakt kommen, sollen den sensiblen Umgang mit den Patientinnen lernen. „Wir haben dafür in Wien ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt. Es umfasst die Sensibilisierung und Aufklärung aller geburtshilflichen Abteilungen, Schulungen mit Kindergartenpädagoginnen und Schulärztinnen, sowie Info-Broschüren für Ärzte und Ärztinnen. Ein regelmäßiges Expertenforum berät laufend Maßnahmen und Strategien“, so Wimmer-Puchinger.

32 Operationen pro Jahr in Wien

Neben den Workshops, Beratungen und der Aufklärungsarbeit zählen medizinische Untersuchungen und Operationen zu den wesentlichen Betreuungsprogrammen in Wien. Seit 2010 hat die Krankenanstalt Rudolfstiftung eine entsprechende Ambulanz dafür. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit „FEM Süd“, wo die Frauen betreut werden.

Eljeledm: „Jedes Jahr werden etwa zwölf Operationen in der Rudolfstiftung durchgeführt. Ich bin auch während der OP anwesend, damit die Patientinnen keine Angst haben. Auch danach wird unsere Unterstützung fortgesetzt.“ Im AKH gibt es ebenfalls eine spezialisierte Station, wo jährlich 20 Operationen durchgeführt werden. „Diese Operationen sind wichtig, weil die Patientinnen unter täglichen Schmerzen leiden. Natürlich kann nie wieder der ursprüngliche Zustand erreicht werden. Aber die Patientinnen können dann zumindest ein schmerzfreies Leben führen.“

Links:
FEM Süd
Krankenanstalt Rudolfstiftung
AKH

Im Bild: Die 15-jährige Farhia, eine Norwegerin mit somalischen Wurzeln, kämpft gegen die Beschneidung junger Mädchen.

Fotocredit: ORF/Haugtussa Films / ORF/Dor Film/Majestic/Walter Wehner

ORF III am Mittwoch 8.3.2017 im Zeichen des Weltfrauentags mit „kreuz und quer“, „Quantensprung“ und „science.talk“

 


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