Mittwoch, 19. April 2017Wer einen Schlaganfall erleidet, muss sofort Rettung und Notarzt unter der Nummer 112 verständigen, um so schnell wie möglich auf eine Spezialabteilung ins Krankenhaus zu kommen.
Wie kommt es zu einem Schlaganfall? Wie kann man die Symptome eines Schlaganfalls erkennen? Was tun bei Verdacht auf Schlaganfall, was passiert in der Klinik? Kann man einem Schlaganfall rechtzeitig vorbeugen?
Über diese Fragen referierte Prim. Univ.-Doz. Dr. Hans Offenbacher Vorstand der Abteilung für Neurologie im LKH Knittelfeld sowie Ärztlicher Direktor des Spitalsverbundes Judenburg-Knittelfeld beim letzten Mini-Med Studium im Kulturhaus Knittelfeld.
Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Österreich. Rund 85 Prozent der Schlaganfälle sind auf Arteriosklerose und eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn zurückzuführen. Die restlichen der etwa 20.000 bis 25.000 Ereignisse pro Jahr gehen auf eine Blutung im Gehirn zurück. Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Sobald plötzlich eine halbseitige Lähmung, Sprach-, Seh- oder Sensibilitäts-Störung auftritt, müssen sofort Rettung und Notarzt unter der Nummer 112 verständigt werden. Je schneller die Notfallkette funktioniert und der Patient in eine Spezialabteilung in einem Spital kommt, desto größer sind die Chancen, dass der Schlaganfall ohne oder mit nur geringen bleibenden Schäden überstanden wird.
Risikofaktoren für einen Schlaganfall:
„Als Risikofaktoren für die Arteriosklerose gelten Familiäre Belastungen, Übergewicht, Diabetes mellitus, Rauchen, erhöhtes Cholesterin, hoher Blutdruck, Stress und körperliche Inaktivität. Mehrere Faktoren erhöhen das Schlaganfallsrisiko um das 20-fache!
Welche Risikofaktoren für einen Schlaganfall kann ich selbst beeinflussen?
Nicht alle Risikofaktoren lassen sich beeinflussen, wie etwa die Gene oder das Alter: ab 60 Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls beispielsweise stark an. Dennoch kann jeder Mensch selbst einiges tun, um vorzubeugen.
1. Bluthochdruck vermeiden, "Erhöhter Blutdruck ist der Hauptrisikofaktor für einen Schlaganfall". Deshalb ist es wichtig, regelmäßig den Blutdruck zu messen und erhöhte Werte behandeln zu lassen.
2. Mit dem Rauchen aufhören, Nikotin verengt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck. Raucher haben ein doppelt so hohes Schlaganfall-Risiko wie Nichtraucher.
3. Auch Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor für Schlaganfälle. Wer zu viele Kilos auf die Waage bringt, sollte abnehmen.
4. Cholesterinspiegel im Blick haben, bei erhöhten Cholesterinwerten steigt die Gefahr von Ablagerungen in den Blutgefäßen. Eine gesunde Lebensweise, insbesondere eine ausgewogene Ernährung und reichlich Bewegung, können die Cholesterinwerte und weitere Blutfettwerte in gewissem Maße positiv beeinflussen.
5. Gesund ernähren, viel Obst und Gemüse, Nüsse, Olivenöl weniger Wurst und Fleisch auf dem Teller, dafür öfter Fisch.
6. Alkohol nur in Maßen trinken, übermäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko für einen Schlaganfall.
7. Ausreichend bewegen ist mitunter das Beste, was Sie für Ihren Körper und ihre Psyche tun können. So bauen Sie Übergewicht ab, verbessern Blutdruck- und Blutfettwerte, halten die Gefäße elastisch und bauen Stress ab.
8. Auf das Herz hören, mögliche erste Anzeichen für Herzprobleme dürfen Sie auf keinen Fall ignorieren. Lassen Sie sich von einem Arzt untersuchen und gegebenenfalls behandeln.
9. Diabetes immer gut einstellen – Menschen mit Diabetes erleiden mehr als doppelt so häufig einen Schlaganfall als der Rest der Bevölkerung. Betroffene sollten deshalb darauf achten, ihre Blutzuckerwerte gut einzustellen.
10. Unnötigen Stress vermeiden! Dauerstress – auch emotionaler Natur – kann den Blutdruck erhöhen und anfälliger für Krankheiten machen. Damit ist er indirekt ein Risikofaktor für einen Schlaganfall. Vermeiden Sie also nach Möglichkeit Stressauslöser im Job und zuhause und sorgen Sie aktiv für Entspannung, Sport, ein interessantes Hobby und Ausgleich zum hektischen Alltag. Ein Patentrezept gegen chronische Belastungen gibt es nicht. Finden Sie heraus, was Ihrer Psyche am besten hilft vielleicht auch bei einer Beratung oder einem Coaching.
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