Dienstag, 13. Juni 2017Gemeinde Schöder: Eröffnung des von der Wildbach- und Lawinenverbauung errichteten Hochwasserschutzprojektes am Katschbach
Der Katschbach in der Murauer Gemeinde Schöder stellt ein hohes Risiko durch Hochwasser und Vermurungen für die Ortschaft Baierdorf am Schwemmkegel dar. Am 10. Juni 2017 fand, im Beisein von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, die Eröffnung des 2,5 Mio. Euro teuren, ersten Bauabschnittes, die durch die Wildbach- und Lawinenverbauung umgesetzten Schutzmaßnahmen, statt. Das Projekt umfasst die Errichtung einer Geschiebefiltersperre und die Sanierung der bestehenden Sperrenbauwerke sowie stabilisierende Maßnahmen am Grünwaldbach, die 2017 fertiggestellt werden.
Die Ortschaft Baierdorf war, bis zur Errichtung der Schutzmaßnahmen, bei Hochwasserereignissen massiv durch den Katschbach gefährdet und ein Großteil des Siedlungsgebietes befand sich in der Roten und Gelben Gefahrenzone. Bei Katastrophenereignissen, die 1937 und 1938 besonders heftig waren, kam es wiederholt zu Vermurungen im Ortsgebiet von Baierdorf, wobei auch Gebäude schwer beschädigt wurden. In den 1940er Jahren errichtete Verbauungsmaßnahmen waren sanierungsbedürftig.
Die zwischen 2014 bis 2017 von der Wildbach- und Lawinenverbauung umgesetzten Schutzmaßnahmen umfassen die Errichtung einer Geschiebefiltersperre mit einem Rückhaltevermögen von 42.000 m³ am Grabenausgang, die Sanierung von drei bestehenden Steinsperren aus den Jahren 1938 bis 1941 im Grabeninneren und einen lokalen Gerinneausbau für den Schutz von Einzelgehöften. Des Weiteren wurden am Grünwaldbach, zum Schutz der Landesstraße und des angrenzenden Siedlungsraumes, stabilisierende Maßnahmen mittels Betonschwellen durchgeführt und zwei Stahlträgerbrücken mit vorgeschalteten Wildholzrechen errichtet. Die veranschlagten Gesamtkosten von 4,1 Mio. Euro für diesen ersten Bauabschnitt am Katschbach, konnten aufgrund des guten Baufortschrittes wesentlich unterschritten werden. Die tatsächlich anfallenden Kosten von 2,5 Mio. Euro werden von Bund, Land, Gemeinde und Landesstraßenverwaltung finanziert.
Mit der Umsetzung dieser Verbauungsmaßnahmen wird der Schutz des Siedlungsraumes von Baierdorf gewährleistet und eine Reduktion der Gefahrenzonen erreicht. Eine Gefahrenfreistellung des Siedlungsraumes bis zum Bemessungsereignis wird mit der Umsetzung des zweiten Bauabschnittes erreicht werden, der die Vergrößerung des Abflussprofiles der bestehenden und zu gering dimensionierten Ortsregulierung vorsieht.
Die Steiermark hat eine Gesamtfläche von 16.392 km². In den 13 politischen Bezirken gibt es 287 Gemeinden, wobei sich in 188 davon Einzugsgebiete von Wildbächen und Lawinen befinden. Diese 3.100 Wildbach- und 1.200 Lawineneinzugsgebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 11.470 km² (70 % der Gesamtfläche der Steiermark) werden von der Sektion Steiermark und drei Gebietsbauleitungen der Wildbach- und Lawinenverbauung versorgt. In den letzten 10 Jahren wurden in der Steiermark jährlich durchschnittlich 18,6 Mio. Euro in den Schutz vor Wildbächen und Lawinen investiert, wobei rund 57 % davon Bundesmittel waren. 2016 setzte die Wildbach- und Lawinenverbauung Steiermark ca. 17,2 Mio. Euro in Schutzmaßnahmen gegen Naturgefahren ein.
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