Mittwoch, 21. Juni 2017Ein neues Angebot in Fohnsdorf bietet arbeitsuchenden Menschen Hilfestellungen und Vorbereitungen auf eine berufliche Ausbildung an.
Nicht immer ist ein sofortiger Einstieg in eine Qualifizierungsmaßnahme die optimale Lösung, wie Dr. Verena Zöhrer vom Schulungszentrum Fohnsdorf weiß: „Oft ist es unsicher, ob die Fähigkeiten, persönlichen, sozialen oder sprachlichen Voraussetzungen für eine berufliche Qualifizierung mit anschließender Arbeitsaufnahme gegeben sind.“ Im SZF ist man diesem Problem mit einer neuen Maßnahme, der so genannten „Qualifizierungsrampe“, begegnet. „Im Rahmen dieser Maßnahme, die maximal 12 Wochen zu je 30 Wochenstunden dauert, kann festgestellt werden, unter welchen Rahmenbedingungen und auf welchem Niveau ein berufliche Qualifizierung sowie eine Arbeitsaufnahme zum gegenwärtigen Zeitpunkt möglich ist“, so Verena Zöhrer, zuständig für Pädagogik im Schulungszentrum Fohnsdorf.
Zielgruppe sind speziell Jugendliche bis 25 Jahre, Personen mit nur Pflichtschulabschluss sowie arbeitsuchende asylberechtigte Personen. In vier Bereichen – Metall- und Elektrotechnik, Schweißen und IT – werden Stärken und Schwächen erhoben, potentielle berufliche Tätigkeitsfelder erarbeitet und Voraussetzungen für eine berufliche Qualifizierung gefördert. Zusätzlich gibt es Unterstützungspakete, die „punktgenau“ auf die jeweilige Person geschnürt werden können.
Start der Qualifizierungsrampe war Anfang März dieses Jahres, mittlerweile liegen die ersten durchgehend positiven Rückmeldungen vor. So berichtet etwa Wolfgang Szombath vom Bereich Informationstechnologie über die hohe Motivation der TeilnehmerInnen. „Mehr als die Hälfte wurde bereits in die Regelausbildung übernommen, auch direkte Arbeitsaufnahmen hat es gegeben“, so Szombath. Und auch für Metalltechnik - Verantwortlichen Mario Tschmuck stellt diese zusätzliche Möglichkeit eine Bereicherung des SZF-Angebots dar. „Der große Vorteil ist, dass individuelle Fördermöglichkeiten angeboten werden und somit in vielen Fällen ein Einstieg in eine berufliche Qualifizierungsmaßnahme möglich ist.“ Auf Grund der ersten positiven Erfahrungen und des vorhandenen Bedarfs ist eine Ausweitung der Qualifizierungsrampe auf andere Bereiche geplant.
Im Schulungszentrum Fohnsdorf, das durch das Arbeitsmarktservice finanziert wird, hat man sich in den vergangenen Monaten intensiv mit neuen Zielgruppen auseinandergesetzt. Neben asylberechtigten Personen nehmen auch Jugendliche mit Pflichtschulabschluss sowie Frauen einen hohen Stellenwert ein, wie SZF-Geschäftsführer Mag. Edmund Müller ausführt. „Unser Ziel ist es, Fachkräfte für die Wirtschaft zu qualifizieren. Je zielgruppenorientierter wir diese Qualifizierungen anbieten können, desto eher wird es auch gelingen, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, so Edmund Müller. Informationen über diese neuen Möglichkeiten gibt es im Schulungszentrum Fohnsdorf bzw. direkt am zuständigen Arbeitsmarktservice.
Foto: Mit der „Qualifizierungsrampe“ gibt es im Schulungszentrum Fohnsdorf zusätzliche Angebote für neue Zielgruppen.
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