Donnerstag, 29. Juni 2017Der Plabutschtunnel entlastet die Stadt Graz seit genau 30 Jahren. Große Sanierung der zehn Kilometer langen Tunnelröhren startet im Herbst. ASFINAG investiert 64 Millionen Euro in Sicherheitsausbau und technische Modernisierung des Grazer Plabutschtunnels
Arbeiten starten im Herbst; trotz Baustelle bleibt der Tunnel tagsüber für Verkehr frei
Im Herbst startet die ASFINAG eines der aufwändigsten und wichtigsten Großprojekte in der Steiermark. In knapp zweijähriger Bauzeit saniert die ASFINAG den fast zehn Kilometer langen Plabutschtunnel, der seit mittlerweile 30 Jahren die Stadt Graz vom Durchzugsverkehr entlastet. Der damals lange Zeit umstrittene Tunnel wäre heutzutage nicht mehr wegzudenken. Bis zu 40.000 Fahrzeuge nutzen den Tunnel täglich anstatt mitten durch die Stadt Graz zu fahren, was unweigerlich zu einem Verkehrskollaps führen würde.
Durch die Sanierung erhöht die ASFINAG die Sicherheit des Tunnels, wobei vor allem zusätzliche Fluchtwege errichtet sowie nahezu alle Sicherheitseinrichtungen ausgetauscht werden. Aufgrund der besonderen Funktion des Tunnels für die Stadt Graz hat die ASFINAG ein Spezialkonzept erarbeitet. Tagsüber bleiben beide Tunnelröhren mit je zwei Spuren befahrbar, nur nachts und an verkehrsarmen Wochenenden arbeiten die Baufirmen auf Hochtouren. Die Verkehrsführung wird also jeden Tag neu eingerichtet.
Landesrat Anton Lang: „Mit dieser Investition bringt die ASFINAG allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern mehr Sicherheit und dem Wirtschafts- und Arbeitsmarktstandort Grazer Zentralraum wieder einen wichtigen Impuls. Das Konzept für die Bauabwicklung und die Verkehrsführung verdient meines Erachtens besondere Aufmerksamkeit. Der Aufwand für ASFINAG und Baufirmen ist enorm und das ist nicht selbstverständlich. Zugleich möchte ich ein weiteres Mal die hervorragende Zusammenarbeit von Land Steiermark und ASFINAG hervorheben, die insbesondere in Zusammenhang mit den seitens des Landes laufenden Umbauarbeiten des Weblinger Kreises von großer Bedeutung ist.“
„Der Plabutschtunnel ist für die Stadt Graz eine lebensnotwendige Verkehrsader, die wir jetzt noch sicherer machen. Wir sind uns der Bedeutung dieser Verkehrsverbindung natürlich bewusst, daher haben wir auch für dieses aufwändige Spezialkonzept erarbeitet, das es ermöglicht, beide Tunnelröhren tagsüber befahrbar zu halten“, sagt ASFINAG-Geschäftsführer Rainer Kienreich.
ASFINAG-Geschäftsführer Gernot Brandtner: „Die Bauarbeiten werden natürlich eine Einschränkung darstellen, aber wir halten diese so gering wie möglich. Die Investition kommt schlussendlich allen Verkehrsteilnehmern zugute. Der Plabutschtunnel wird nach Fertigstellung in Sachen Sicherheit auf europaweit absolutem Topniveau sein.“
Der Schwerpunkt Tunnelsicherheit
Größtmögliche Sicherheit im Tunnel – das ist das erklärte Ziel der ASFINAG, die seit Start des Tunnelsicherheitsprogramms insgesamt 81 Tunnel saniert oder voll ausbaut und in Summe 1,5 Milliarden Euro investiert. Der Plabutschtunnel ist dabei eines der größten und auch aufwändigsten Projekte. Der Start erfolgt im Herbst, die Ausschreibungen sind noch im Laufen.
Im ersten Schritt beginnen die Bauarbeiten in der Weströhre/Fahrtrichtung Süden, nach Fertigstellung werden die Bauarbeiten in die zweite Tunnelröhre verlegt.
Neu errichtet beziehungsweise erneuert werden:
- 20 zusätzliche Fluchtwege, davon sind 17 begehbar und drei befahrbar. Drei begehbare der bereits insgesamt vorhandenen 20 Fluchtwege werden vergrößert und zu befahrbaren ausgebaut.
- der Brandschutz bei Ein- und Ausfahrten
- der Beton beim Einfahrtsportal sowie die Tunnelbeschichtung
- die Löschwasseranlage
Schwerpunkt ist in Folge die Erneuerung der gesamten Sicherheitstechnik:
- Der Plabutschtunnel erhält das System AKUT (akustisches Tunnelmonitoring). 280 Mikrofone werden installiert, welche unnormale Geräusche (Bremsen, Türen knallen, Schreie) erkennen und Alarm schlagen.
- Die Videoanlage wird erneuert, in Summe installiert die ASFINAG 400 neue Kameras, die zusätzlich zur Überwachung auch Staus, langsam fahrende Fahrzeuge und Geisterfahrer „erkennen“ können und ebenfalls automatisch Alarm auslösen.
- Brandmeldeanlage und Funkkabel kommen neu, das umfasst jeweils den Austausch von 20 Kilometern Branderfassungs- bzw. Funkkabel
- 170 Abluftklappen werden saniert.
In Summe werden 245 Kilometer Energie-, 66 Kilometer Daten- und 260 Kilometer Lichtwellenleiter-Kabel verlegt!
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