Mittwoch, 7. März 2018Anlässlich des internationalen Frauentages am 8.3. stellt die Solidaritätsgruppe MANOJ das Projekt “Donna libera” - Frauen in Freiheit im Kongo vor. Unsere Hilfe in Kinshasa ist nur ein Mini-Tropfen auf den heißen Stein, dennoch hoffen wir, wenigstens einigen Frauen ein Leben in Würde und Selbstständigkeit zu ermöglichen und ihre schweren Traumata besser verarbeiten zu können, so Nora Sippel Kindermann.
Die Demokratische Republik Kongo ist seit mehr als einem Jahrzehnt Opfer eines schrecklichen Bürgerkriegs, der zu einer Zunahme der Armut geführt hat, die insbesondere Frauen betrifft. Sexuelle Gewalt wird systematisch als Kriegswaffe eingesetzt. Massenvergewaltigungen stehen auf der Tagesordnung. Fast alle wurden mehrfach misshandelt und sind bis heute schwer traumatisiert. Die meisten Frauen werden nach den Vergewaltigungen von ihren Familien verstoßen, müssen fliehen ,sind ohne Arbeit, ohne Familie, ohne zu Hause – sie rutschen oft unverschuldet ab in die Kriminalität. Die Gefangenen sind in bitterer Not, nicht nur wegen der massiven Überbelegung, sondern auch aus Mangel an Nahrung, medizinischer Versorgung und angemessenem Rechtsschutz.
In Kinshasa vegetieren so Tausende von Frauen, sie sind Ausgestoßene, Gefangene, Ex-Häftlinge- alle leben in extremer Armut.
Das Projekt „Donna libera“ hilft einem Teil dieser schwer traumatisierten Frauen. Die Comboni-Schwestern bieten den weiblichen Häftlingen Unterstützung während ihre Haft, vor allem aber bezüglich ihrer Vorbereitung auf die Rückkehr in die Gesellschaft. Sie stellen Familienkontakte her, organisieren Ausbildungskurse für zukünftige berufliche Reintegration und wirtschaftliche Unabhängigkeit. Das Projekt soll auch anderen Frauen helfen, die in extremer Armut leben. Es soll die Frauen auch ermuntern, über ihr Schicksal zu sprechen und die grausamen Verbrechen anzuprangern.
Es werden verschiedene Kurse angeboten: Alphabetisierung und Französisch (dieses Training beginnt im Gefängnis), aber auch berufsbildende Kurse wie Friseur, Schneiderei und Kochen und Verkauf von Lebensmitteln.
Alle Frauen, die die notwendigen Fähigkeiten erworben haben, erhalten seitens der Comboni Unterstützung, ein Kleinstunternehmen zu gründen. (Gewährung von Mikrokrediten)
Fürs Erste sollen 20 bis 30 Frauen unterstützt werden – ein Projektausbau ist angedacht, jährlich wird es dann Hilfe für ca. 100 Frauen geben. Es ist eine lange Liste an Ausgaben, die die Comboni- Schwestern übernehmen müssen: Lebensmittel, Medizinische Behandlung, Transportkosten, Gebäude-Instandhaltung ,Miete des Hauses, Alphabetisierungskurs, Unterrichtsmaterialien, Fortbildungskurse, Unterstützung für die Gründung von Kleinunternehmen, Kleidung und Hygieneartikel, Reisen zur Familienzusammenführung, Gehälter und mehr.
Ziel ist wirtschaftliche Unabhängigkeit und ein selbst bestimmtes Leben in Würde.
Handeln wir nach dem Motto der Menschenrechtsaktivistin Olympe de Gouges :” Frauen, wacht auf! Was auch immer die Hürden sein werden, die man euch entgegenstellt, es liegt in eurer Macht, sie zu überwinden!
Das MANOJ-Hilfsprojekt können Sie finanziell unterstützen:
Konto-Nr. AT 76 3834 6000 1222 7203
D a n k e im Namen derer, denen das Geld zugutekommen wird!
Nora Sippel-Kindermann
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