Donnerstag, 19. April 2018Klima- und Murauer Energiemodellregion Leitprojekt
Der weltweite Umbau des Energiesystems ist unumkehrbar. Fossile Energieträger müssen verschwinden und durch erneuerbare Energiequellen ersetzt werden. Mit einem völlig neuen Energieversorgungskonzept nutzt Murau gezielt diese Chance auf dem Weg hin zur Energievision!
Als wichtigen Schritt dorthin hat die Holzwelt Murau zusammen mit den Elektroversorgungsunternehmen des Bezirks, mit der Forschungseinrichtung Austrian Institute of Technology (AIT) und mit dem Zukunftsberater Dr. Schauer eine umfassende Speicherstudie lanciert, welche vom Klima- und Energiefond als eines von österreichweit fünf Projekten unterstützt wird.
Zielsetzung
Ziel ist die Maximierung der Eigenstromversorgung bei maximaler Ausschöpfung der erneuerbaren Energiequellen. Der erste Schritt ist die Konzeptionierung des 5-stufigen virtuellen Murauer Bezirksspeichers um die technische und wirtschaftliche Machbarkeit von Stromverteilungs- und Stromspeichermaßnahmen mit Zahlen, Daten und Fakten zu hinterlegen. Nach einem Jahr sollen als finalen Schritt konkrete Umsetzungen in Angriff genommen werden.
Hintergrund
Regionale Energiesouveränität ist das Kernkonzept einer sicheren und widerstandfähigen Energieversorgung der Zukunft. Nur mit einer Energieversorgung aus regionalen erneuerbaren Quellen können die EU-Klima- und Energieziele erreicht werden. Um diese sichere und nachhaltige Energieversorgung zu gewährleisten, müssen die derzeit schon überlasteten Energienetze neu definiert und intelligente Speichersysteme entwickelt werden. Die Verantwortung auf regionaler Ebene steigt also, dem tragen die Akteure der Region mit diesem Leitprojekt Rechnung.
Idee
Der nachhaltigste und günstigste Speicherstrom ist der, der sofort genutzt wird. Durch innerregionale Kopplung der Netze soll in Zukunft zuerst der Strom in der Region verteilt und genutzt werden, um Belastung der vorgelagerten Netze zu minimieren. Jedes Netz ist von Lastspitzen gekennzeichnet, diese treten vor allem in der Früh und zu Mittag auf – durch geschickten zeitlich abgestimmten Betrieb von regionalen Infrastrukturen wie Klärwerke oder Heizwerke und automatisierter Ansteuerung von neuen flexiblen Lasten wie Stromtankstellen für E-Autos kann der Stromverbrauch ebenfalls geglättet und gleichzeitig der Speicherbedarf gesenkt werden. Nichts desto trotz hat gerade der Bezirk Murau Zeiten mit hohem Stromüberschuss und wird die Realisierbarkeit von smarten physischen Stromspeichern und regionalen Speicherkraftwerken im Projekt geprüft.
Mit diesem Projekt will Murau nichts weniger als die eigene Energiesouveränität sicherstellen und damit DIE europäische Modellregion für eine sichere und erneuerbare Stromversorgung werden.
Foto: Tom Lamm
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