Montag, 15. Juli 2019Ein aktuelles Thema stand am Samstag im Fokus des Programms >>ALTERNATIVEN<< des Judenburger Sommers. Es gab einen spannenden und informativen Vortrag von Christian Felber unter dem Titel Gemeinwohl-Ökonomie. Er gab sehr interessante Einblicke in ein durchdachtes alternatives Wirtschaftsmodell über Alternativen zur bestehenden „Maßlosen Gesellschaft“.
Felber ist Wissenschaftler und Publizist, profi Tänzer und Aktivist, einfach ein Mensch mit großem Herz und Geisteskraft. Er hat sich in den letzten Jahren ganz seiner Idee einer neuen Wirtschaft, der Gemeinwohlökonomie, wie er sie nennt, verschrieben.
Weder Kommunismus noch Kapitalismus haben die Welt glücklicher gemacht. Wir brauchen einen neuen Weg, eine neue Wirtschaft, sagt Christian Felber. Eine, die das Wohl der Gemeinschaft in den Blick nimmt.
Die Gemeinwohlökonomie bietet eine Wirtschaftsordnung. Sie beschreibt ein neues Wirtschaftsmodell, das auf den Werten Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Mitentscheidung aufbaut. Das Gelingen von Beziehungen zwischen Menschen und zur Umwelt wird zum Ziel der Wirtschaft. Die Gemeinwohl-Ökonomie ermöglicht Schritte für den Wandel von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Die Mehrheit der Menschen wünscht sich eine andere, eine ethische Wirtschaft, Politik und Gesellschaft - Kooperation statt Konkurrenz. Leider glauben immer noch einzelne, dass sich ein Foulspiel mehr rentiert und dieses geht dann leider immer zu Lasten der Schwächeren.
Christian Felber ist auch Initiator des Projekts »Bank für Gemeinwohl«. Seit Mai gibt es zwar keine eigene Bank, jedoch Österreichs erstes Gemeinwohlkonto beim Umweltcenter der Raiffeisenbank Gunskirchen in Oberösterreich. Seit 2012 finanziert das Umweltcenter ausschließlich ökologische und soziale Projekte.
Was bietet nun so ein Konto?
Das Gemeinwohlkonto stellt eine ethische Alternative zu den bestehenden Girokonten am Markt dar. Mit der Umweltgarantie gibt es die Verpflichtung, dass die Anlagegelder ausschließlich für Finanzierungen und Investitionen in ökologische und soziale Projekte verwendet werden. Neben der strengen gesetzlichen Bankprüfung wird die Einhaltung der der Umweltgarantie einmal jährlich von einem externen Wirtschaftsprüfer kontrolliert.
Bildtext: Vortragender Christian Felber und Sibylle Rarej die für die künstlerische Leitung zuständig ist.
Fotocredit: murtalinfo
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