Mittwoch, 22. September 2021Kurz vor dem Start der Berufs-EM gibt es „good news“ vom Lehrstellenmarkt: 5,9 Prozent mehr Lehranfänger.
Mit September beginnt nicht nur wieder der Ernst der Schule, sondern für viele Jugendliche auch die Lehrausbildung. Und da zeichnet sich heuer im Steirerland ein erfreulicher Trend ab: „Die Zahl der Lehrlinge steigt wieder. Exakt 4671 Mädchen und Burschen haben mit Stichtag 31. August eine Lehre begonnen, das sind um 259 Jugendliche bzw. um 5,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor“, berichtet WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk.
Dadurch verzeichnet man – nach dem coronabedingten Einbruch des Vorjahrs – nun auch bei der Gesamtzahl der Lehrlinge wieder eine Stabilisierung bzw. sogar ein ganz leichtes Plus (Zunahme von 14.188 auf 14.197). „Besonders erfreulich ist zudem die Entwicklung der Ausbildungsbetriebe, deren Zahl ist in der Steiermark im Vergleichszeitraum nämlich von 4866 auf 4904 gestiegen“, so Herk.
Lehrstellenüberhang
Dieses Plus könnte aber noch weitaus größer sein, würden die Betriebe ausreichend Bewerber finden. „Laut AMS sind mit Stand Ende August 2015 offene Lehrstellen gemeldet, ihnen stehen 1489 Lehrstellensuchende gegenüber. Das entspricht allein in der Steiermark einem Lehrstellenüberhang von 526 Ausbildungsplätzen, eine deutliche Zunahme gegenüber den Vorjahren“, erklärt Gottfried Krainer, Leiter der Lehrlingsstelle in der WKO Steiermark. Zum Vergleich: Im August 2020 gab es 330 Lehrstellen mehr als Bewerber, 2019 zum selben Zeitpunkt 177, wohingegen es vor zehn Jahren noch eine Lehrstellenlücke gab. „Egal, in welcher Branche und in welcher Region ich zurzeit Unternehmerinnen und Unternehmer treffe, der Arbeits- und Fachkräftemangel ist quer durchs Land ein großes Thema“, betont Herk.
Fachkräftemangel bleibt akut
Das bestätigt auch das aktuelle Wirtschaftsbarometer der WKO Steiermark, demnach sehen rund 82 Prozent der weiß-grünen Wirtschaftstreibenden die Suche und das Finden von ausreichend qualifiziertem Personal als eine ihrer unternehmerischen Hauptsorgen. „Hier droht ein echter Flaschenhals für jeden künftigen Aufschwung, darum ist die Ausbildung im eigenen Betrieb auch so wichtig“, mahnt Herk. Für die WKO habe dieses Thema absolute Priorität, denn die demographische Entwicklung im Land drohe die Situation weiter zu verschärfen.
Fotocredit: © ZUKUNFT INDUSTRIE/KNIEPEISS
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