Dienstag, 8. Februar 2022ORF-Wettermoderator Marcus Wadsak hat für die KLAR Holzwelt Murau einen Vortrag zum Klimawandel gehalten und mit anschaulichen wissenschaftlichen Beispielen den dringenden Handlungsbedarf erklärt.
Sätze wie diese sind es, die wir aufgrund des Klimawandels immer öfter hören. Schmelzende Polkappen, steigender Meeresspiegel, sich häufende Unwetter und tropische Wirbelstürme. Das sind wissenschaftlich längst erwiesene Tatsachen. Marcus Wadsak hat all das am 14.01. in seinem Online-Vortrag sehr anschaulich verdeutlicht und erklärt und was wir dagegen tun können. Denn wir sind die erste Generation, die die Folgen spürt, und die letzte, die etwas dagegen tun kann. Und wer denkt beim Stichwort Klimawandel noch an verzweifelte Eisbären auf dahinschmelzenden Eisschollen? Wir sind längst selbst davon betroffen. Hitzesommer, Dürren und sommerliche Tage im Spätherbst lassen keinen Zweifel mehr zu: Es wird immer heißer. Seit den frühen 1990ern beschäftigt sich der Wetterexperte Marcus Wadsak mit den Veränderungen unserer Umwelt und hat diese genau studiert und im Blick. Was passiert gerade mit unserem Planeten? Und vor allem: Was können wir tun, damit auch unsere Kinder und Enkel noch hier unter halbwegs guten Bedingungen leben können? Viele dieser Fragen hat er bei seinem Vortag für die Holzwelt Murau beantwortet. Nach jahrelangem Studium der Daten ist für ihn klar: Dahinter steckt der Mensch.
Was ist der Unterschied zwischen Wetter und Klima?
Wichtig zu kennen ist der Unterschied zwischen Wetter und Klima. Das Wetter ist der momentane Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort, z.B. jetzt und hier. Eine statistische Auswertung der Aufzeichnungen dieses Ist-Zustandes ergibt Mittelwerte und das ist dann das Klima. Damit das sinnvoll ist, müssen die Wetteraufzeichnungen über einen Zeitraum von mind. 30 Jahren herangezogen werden. Daraus ergibt sich, dass in Österreich im Sommer eine typische, also durchschnittliche, Temperatur so 24/25 Grad hat und im Winter eine natürliche Temperatur bei 0 Grad angesiedelt ist.
Wetterrekorde und Extreme "Das hab‘ ich so noch nie erlebt!"
Da ist das burgenländische Andau, in dem es an 127 Tagen des Jahres 2018 über 25 Grad Celsius hatte – so viele wie nie zuvor. Da ist der Februar-Temperaturrekord 2019: 24,2 Grad im südburgenländischen Güssing. Und da ist die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck mit 17 Hitzetagen im Juni 2019 – es waren so viele Tage mit einer Temperatur von über 30 Grad wie noch nie. Diese Ereignisse verdichtet der ORF-Journalist zu einem unverkennbaren Trend: Der fortschreitende Klimawandel setzt neue Maßstäbe in der mehr als 250 Jahre dauernden österreichischen Messgeschichte. Seit dem Jahr 2000 war jedes Jahr in Österreich im Langzeitschnitt überdurchschnittlich heiß.
Immer wieder verknüpft der Meteorologe die Entwicklung des Klimas mit seinem eigenen Leben. Er erzählt von seiner Studentenzeit, als er in den frühen 1990ern in den Ferien als Bademeister jobbte und sich über die länger werdenden Sommer freute, weil das gutes Geld bedeutete.
Dem Wetterjournalisten gelingt es damit, die Folgen des Klimawandels in Österreich mit konkreten Beispielen, vielen erklärenden Grafiken sichtbar und spürbar zu machen und sie bis auf die Mikroebene herunterzubrechen.
Er beleuchtete auch Megathemen wie Kriege und schwindende Ressourcen, Flüchtlingskrisen, Hungersnöte und Artensterben – die mit der Klimakrise ebenfalls zusammenhängen.
Wir müssen den CO2-Ausstoß reduzieren
Am wichtigsten sei für Wadsak, dass man aufhören müsse, so viele Treibhausgase in die Atmosphäre zu pumpen. „100 Millionen Tonnen CO2 stoßen wir Menschen weltweit aus. Wir fahren zu viel Auto – wir sollten Fahrrad fahren, Öffis nutzen und zu Fuß gehen, wo es möglich ist“, so Wadsak. Auch die Ernährung sei ein Punkt – man solle weniger Fleisch essen und regional kaufen, meinte der Meteorologe. Er sei davon überzeugt, dass man jetzt Aktionen in Punkto Klimawandel setzen müsse, um das Schlimmste noch abzuwenden, denn er glaube nicht, dass man dafür noch zehn Jahre Zeit habe.
Wir sind die erste und letzte Generation
„Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels spürt, und die letzte, die noch etwas dagegen tun kann“ bildet sodann auch das Resümee und den Schlusssatz des Klimatologen und Meteorologen Wadsak – es ist ein ebenso wahrer wie auch vielzitierter Satz in der Klimaschützerszene.
Den Vortrag rund um den Klimawandel ist noch bis 15.02.2022 online nachzusehen.
Fotokredit: Holzwelt Murau
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