Mittwoch, 30. März 2022Ex-Profi-Biathlet Christoph Sumann ist begeisterter Murtaler und lebt mit seiner Familie in Frojach-Katsch. „24 Jahre Hochleistungssport. Gewinnen und viel öfter verlieren und was der Mut zur Veränderung für ihn bedeutet!“ Darüber sprach der Profi-Langlauf Sportler und Biathlet beim 21. Kraftstammtisch und gab Einblicke in seine bewegte Karriere. Heute ist er Vortragender, ORF-Experte für Biathlon, Sportdirektor bei Backaldrin (Kornspitz) und stolzer und dankbarer Webeträger von Murauer Bier.
Da die Loipe direkt an meinem Elternhaus vorbei ging, war es nur eine Frage der Zeit, dass ich den Weg zum Langlauf fand. Zusätzlich bin ich erblich vorbelastet, bereits mein Vater Siegfried Dockner war erfolgreicher Olympionike. Außerdem hatten wir einen starken Langlauf-Verein und ich war der erste Jahrgang in der damals neuen Sporthauptschule in Murau. Ich musste mich zwischen Fußball und Langlaufen entscheiden und wählte letzteres, so die einführenden Worte des Sportlers.
Auf die Sporthauptschule in Murau folgte das Schigymnasium Stams in Tirol wo er das Zimmer mit Felix Gottwald teilte.
Nach einigen erfolgreichen Jahren als Schilangläufer inklusive zwei Teilnahmen an Nordischen Weltmeisterschaften (1997, 1999) war ich mit 25 Jahren körperlich, gesundheitlich und mental am Ende. Einfach total übertrainiert. Damals war ich schon bei der Polizei und überlegte, ob ich mit dem Sport aufhören soll. Aber dann rief mich der ÖSV an und meinte: Leih dir von deinem Vater ein Gewehr aus und schau, ob du schießen kannst. Bereits der erste Schuss war ein Treffer. Das war eine glückliche Fügung, meint er lachend.
In der Saison 2000/2001 wechselte er ins Lager der Biathleten und konnte schon in seiner zweiten Saison schöne Erfolge feiern. Die besondere Herausforderung an Biathlon ist die Ausdauer und Präzision in einer Sportart, die eigentlich nicht zusammenpasst. Auch da nahm er keine Rücksicht auf seinen Körper, Formtiefs und Erkrankungen waren die Folge. Wir verschieben unsere Schmerzgrenzen aber nicht nur im Wettbewerb, sondern auch im Training. Denn an seine Grenzen zu gehen und darüber hinaus, ist für einen Profi-Sportler wie mich das tägliche Brot. Das bedeutet oft Verzicht und ist eine jahrelange Qual. Warum ich mir das angetan habe? Weil ich Ziele hatte – und eine große Leidenschaft für diesen Sport, betonte er.
Zitat: „Immer dann, wenn es nicht nach Wunsch gelaufen ist, habe ich Grundlegendes verändert – und damit gute Erfahrungen gemacht“
2012 – 2014 gab es einen Wohnortwechsel von Frojach nach Innsbruck. Ziel war Seefeld in Tirol, wo weltcuptaugliche Bedingungen für Sommer- und Wintertraining bestanden. Mit seiner verständnisvollen Frau Katrin und seinen beiden Kindern bezog er eine Wohnung in Innsbruck. Zu dieser ganzen Veränderung kam noch ein vom ÖSV vollzogener Cheftrainerwechsel dazu. Die Saison 2012 – 13 begann mit ermutigenden Ergebnissen schon Ende November im norwegischen Sjusjoen und ließen so aufs Erste seine Entscheidung bestätigen.
Im Jänner 2013 der ultimative Tiefpunkt, keine entsprechenden Weltcupergebnisse und zum Überdruss das Ausscheiden aus der Weltcupmannschaft. Trotzdem blieb Murauer Bier Hauptsponsor für den Sportler. Sumi traf wieder eine Entscheidung, obwohl er sprichwörtlich mit dem Rücken zur Wand stand. Er versuchte, sich über sämtliche Wettkämpfe wieder in Form zu laufen. Mit vermehrten Siegen schraubte er sich wie an einer Spirale wieder nach oben. Die für ihn schon vermeintlich „den Bach hinunterschwimmende“ Biathlon-WM in Nove Mesto erlebte er doch noch als Teilnehmer und zum krönenden Abschluss dieser Saison gewann er beim Saisonfinale in Chanty Mansijsk die 12,5 km Verfolgung und somit seinen sechsten Weltcup Einzelerfolg.
Sumi berichtet über seine letzte Medaille – Bronze in der Staffel bei der Olympiade 2014 in Sotschi, über die ich besonders stolz bin. Ich bin damals mit der Höhenlage nicht zusammengekommen, ich war bereits 38 Jahre und das schwächste Glied in der Kette. Wenn du im Einzel ein schlechtes Rennen hinlegst, bist du nur dir Rechenschaft schuldig. Bei der Staffel bei Olympia gibt es keinen größeren Druck und meine Nervosität war sehr hoch. Als wir es geschafft hatten, waren die Emotionen mehr als intensiv – ein schöner Abschluss für meine Karriere, auf die ich sehr stolz bin.
Bis zu seinem Karriereende nach den Olympischen Spielen 2014 hat er alle Höhen und Tiefen eines Leistungssportlers durchgemacht. Nach 24 Jahren Hochleistungssport kann er auf eine aufregende Zeit mit herausragenden Erfolgen zurückblicken (4 WM-Medaillen, 3 Medaillen bei Olympischen Spielen, 6 Einzel-Weltcupsiege, 5 Staffel-Weltcupsiege, 10x Österreichischer Meister).
Christoph Sumann wird seit Jahren von Murauer Bier unterstützt, wofür er Josef Rieberer sehr dankbar ist da er ihn auch in schwierigen Zeiten nicht fallen ließ.
Bildtext: Geschäftsführer Murauer Bier, Josef Rieberer und Ex-Profi-Biathlet Christoph Sumann
Fotocredit: murtalinfo
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