Dienstag, 19. April 2022Vom Osterweckruf zum Gaunersrennen und Hahnschlagen
Allerorts werden rund um Ostern überlieferte Osterbräuche gelebt und sind auch Treffpunkt der Bewohner dieser Ortsteile. In der Pfarre bzw. Marktgemeinde St. Peter am Kammersberg werden zwei besondere Osterbräuche hochgehalten. Sowohl das „Gaunersrennen“ in Pöllau am Greim wie auch das „Hahnschlagen“ in Peterdorf werden von der örtlichen Landjugend alljährlich durchgeführt. Mit der Osternachtfeier bei der Pfarrkirche wurde die Osterzeit in St. Peter eingeleitet, frühmorgens am Ostersonntag waren die Musikvereine Althofen und St. Peter zum Osterweckruf ausgerückt, um mit festlicher Blasmusik Osterfreude zu vermitteln.
Das Gaunersrennen in Pöllau am Greim
In Pöllau am Greim versammelten sich bald nach Mittag Jugendliche wie auch ältere Bewohner zum „Gaunersrennen“ vor der Hauskapelle der Familie Würger. Das „Gaunersrennen“ wird auch in Oberwölz von der Landjugend hochgehalten. Mit einem Rosenkranzgebet beginnt das Zusammentreffen, gleich darauf wird zu einem Kreis zusammengelaufen. Paarweise wird aufgestellt, es gibt einen Flüchtenden und einen Fänger, der Flüchtende kann sich vor einem Paar hinstellen, der hintere ist dann wieder der Fänger. Gefragt sind flink zu sein und gute Reaktion dem Gegenüber zu beweisen. Es gibt weder Sieger noch Verlierer, nach rund halber Stunde waren alle zumindest einmal Flüchtende und Fänger. Es fehlt nicht an Spaß und so manchen Ausrutscher, wie es auch Bürgermeister Herbert Göglburger passiert ist. Woher die Bezeichnung „Gaunersrennen“ für dieses Brauchtum kommt, weiß in Pöllau am Greim nicht wirklich jemand. Erich Göglburger weiß die Erzählung, dass nach der langen Fastenzeit vor Jahrzehnten dem nach dem Osterfeuer entzünden am frühmorgens am Ostersonntag viel Weihfleisch verzerrt worden sei, mit dem „Gaunersrennen“ sollte man sich ausgetobt haben.
Das Hahnschlagen in Peterdorf
In Peterdorf wird seit Jahrzehnten von der Landjugend am Ostersonntag das „Hahnschlagen“ mit viel Tradition gelebt. Jedem der Teilnehmer werden die Augen verbunden, blind dreimal drehen und man wird in Laufrichtung aufgestellt. In rund 8 Meter Entfernung ist eine Glocke mit möglichst wenigen Schritten zu erreichen, mit einer Peitsche gilt es diese zum Schwingen – erklingen zu bringen. Für etwas Unterstützung, die Richtung einzuhalten sorgen Musiker, die lauter bei richtig, leiser bei abweichender Richtung den Lauf begleiten. Als Lohn für den Sieger, am Sonntag war es der Wehrkommandant der örtlichen Feuerwehr Manuel Galler gibt es einen lebenden Hahn. So nebenbei konnten die Teilnehmer auch an einem Kegeln teilnehmen. Obmann der Landjugend Peterdorf – Althofen ist David Galler, Bruder des Wehrhauptmannes der Feuerwehr Peterdorf.
Bildtexte:
Schnell reagieren hilft beim „Gaunersrennen“ um wieder vorne aufstellen zu können.
Text und Fotocredit: Anita Galler
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