Donnerstag, 23. März 2023Österreichs Schulen haben sich in den letzten Jahren bewusst dieser Herausforderung gestellt. Schülerinnen und Schüler sollen zu einer positiven und kreativen Lebensgestaltung motiviert werden und lernen, schwierige Lebensphasen zu bewältigen. Erfahrungsgemäß ist Suchtprävention besonders wirksam, wenn sie zu einem frühen Zeit punkt einsetzt und längerfristig ist. Zentrale Elemente dabei sind die Stärkung der Persönlichkeit der Jugendlichen, die altersgerechte Information über psychoaktive Substanzen, Sucht und Suchtvorbeugung und die Förderung eines positiven Schulklimas. Wichtig ist auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und Fachleuten zu fördern.
Lukas Schmuckermair (VIVID – Fachstelle für Suchtprävention) referierte beim letzten Netzwerktreffen Jung sein in Knittelfeld zum Thema: Jugendliche und „Neue Nikotinprodukte“. Er lieferte wertvolle Informationen und Inputs betreffend den Umgang mit neuen Nikotinprodukten, Tabakbeutel, Snus.
VIVID sensibilisiert als Kompetenzzentrum die steirische Bevölkerung für das Thema Sucht und informiert über Entstehungsbedingungen von Sucht und die Möglichkeiten zur Prävention. Nikotinbeutel sind erst seit 2019 am österreichischen Markt und vom österreichischen Tabak- und Nichtraucherinnen- und Nichtraucherschutzgesetz (TNRSG) derzeit nicht erfasst. Denn mangels Tabak fallen sie nicht in die Definition „Tabakerzeugnisse“. Und mangels Erhitzung fallen sie nicht in die Definition von „Verwandten Erzeugnissen“, zu denen E-Zigaretten zählen. Auch die EU-Tabakprodukte Richtlinie regelt Nikotinbeutel bislang nicht. Das Jugendschutzgesetz orientiert sich am TNRSG und somit sind Nikotinbeutel auch dort noch nicht erfasst, der Konsum ist auch für Jugendliche legal. Dennoch enthalten die Beutel gefährliche Schadstoffe und können abhängig machen. Zwischen Oberlippe und Zahnfleisch platziert, geben die weißen Beutel Nikotin ab. Häufig werden Nikotinbeutel mit Snus verwechselt. Snus beinhaltet Tabak, ist ein altes Produkt und gesetzlich gänzlich anders geregelt. In der Europäischen Union außer Schweden ist der Verkauf verboten. (VIVID, 2023)
In Knittelfeld finden in unregelmäßigen Abständen Netzwerktreffen „Jung sein in Knittelfeld“ statt, welches vom Büro Kinder, Jugend und Familie der Stadtgemeinde Knittelfeld koordiniert werden. Verschiedene Institutionen und Einrichtungen nehmen daran teil. Unter anderem die Bezirkshauptmannschaft Murtal, die Flexiblen Hilfen Murtal, die Polizei Knittelfeld, DELPHIakademie, das Bunte Haus (Diakonie de La Tour), GO-ON Suizidprävention, verschiedene Schulen uvm. Das Ziel der regelmäßigen Treffen ist, die Vernetzung der unterschiedlichen Organisationen im Bereich Kinder und Jugend zu stärken und schnelle und unkomplizierte Zusammenarbeit zu fördern.
« zurück
|