Montag, 27. März 2023Mozarts letztes Werk
So füllt man Konzertsäle. Mozarts Requiem im Kulturhaus war wieder ein außergewöhnliches Musikerlebnis. Schon im Jahr 2016 wurde das Werk mit Riesenerfolg in Knittelfeld aufgeführt. Dieses neue Musikprojekt mit dem Kammerorchester Accento unter der Leitung von Konzertmeisterin Lore Schrettner, dem Projektchor Murtal, der allein aus rund 100 Chorsängern besteht, den Solisten Angelika Niakan – Sopran, Klaudia Tandl – Alt, Mahdi Niakan – Tenor und Josef Pepper – Bass, wurde am 25. März erneut unter der Gesamtleitung von Musikprofessor und Chorleiter des Abteigymnasiums Seckau Thomas Held, aufgeführt.
„Für diese anspruchsvolle Produktion wurde bereits seit Anfang Jänner geprobt“, so Lore Schrettner.
Mozarts Requiem ist ein Werk, das unter die Haut geht. Es ist nicht nur ein überirdisch schönes Musikerlebnis, sondern vermittle zugleich die tröstliche Botschaft, dass es nach dem Tod weitergehe. So heißt es in einer Schlüsselstelle des Werkes: „Fac eas, Domine, de morte transire ad vitam“ – „Herr, lass sie vom Tode hinübergehen zum Leben“.
Das Requiem ein geheimnisumwitterter Auftrag? Mozart erhält 1791, schon schwer erkrankt einen geheimnisvollen
Kompositionsauftrag. Ein unbekannter Bote fordert ihn auf, eine Totenmesse für einen Besteller gegen Bezahlung zu komponieren. Aber er darf nie erfahren, wer der Auftraggeber ist. Mozart sah darin ein Zeichen aus einer anderen Welt und dachte es sei der Auftrag für seine eigene Totenmesse. Nach Mozarts Tod am 5. Dezember 1791 lüftete sich das Geheimnis. Der Auftraggeber war Graf Franz von Walsegg zu Stuppach.
Obwohl das Requiem zu etwa zwei Dritteln tatsächlich von Mozart stammt, ist es eines seiner beliebtesten und am höchsten eingeschätzten Werke. Mozart starb während der Komposition. Da es sich um ein Auftragswerk handelte, vervollständigten Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr, ein Schüler von Mozart, das Requiem im Auftrag von Constanze Mozart. Die ungewöhnlichen Umstände des Kompositionsauftrags und der zeitliche Zusammenhang dieser Seelenmesse mit Mozarts frühem Tod haben zudem eine üppige Mythenbildung angeregt.
Als der Schlussakkord verklang, dankte das Publikum, dem es sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird, mit einem mächtigen und anhaltenden Applaus.
Text und Fotocredit: Walter Schindler
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