Dienstag, 27. Juni 2023Mit einer Feierstunde am 23. Juni wurde die aktive Schulleitertätigkeit von Wilhelm „Willi“ Pichler beendet. Mit dem Spruch „you caused it“ der nach einer Tanzperformance sichtbar wurde, wurde „Erntedank“ gefeiert, denn die Scheunen der Vergangenheit sind voll, wies Moderator und Kollege Thomas Held auf Pichlers Ernte hin.
In seiner Rede wollte sich Abt und Hausherr Johannes Fragner nicht nur auf Grußworte beschränken, sondern auch Dankesworte sagen. Bezug nehmend auf die Benediktusregeln stellte er einige Parallelen zwischen dem Direktor eines Abteigymnasiums und dem Abt einer Mönchsgemeinschaft her. Als ein Geschenk überreichten ihm die Mönche einen musikalischen Rückblick, der im Refrain einem Jodler ähnelte.
„Zwei Dinge sollten Kinder bekommen Wurzeln und Flügel.“ Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner zitierte in ihren Grußworten J. W. von Goethe und dazu braucht es Menschen, die mit Leib und Seele die Aufmerksamkeit den Kindern widmen. Meixner blickte kurz auf den Werdegang Pichlers zurück, vom Elektroinstallateur über die HTL, Studium in Graz in Fächern Chemie und Physik und sein fundiertes Wissen und die Offenheit für projektübergreifenden Unterricht haben ihn dazu bewogen, am Abteigymnasium den Unterricht anzutreten.
„Du hast in dieser Schule einen Stempel aufgesetzt, du hast viele Steine ins Rollen gebracht und du hast viele Samenkörner gesät, viele sind schon aufgegangen viele werden erst in Jahren aufgehen“, eröffnete Bgm. Martin Rath seine Rede. Willi habe dazu beigetragen, dass aus jedem Schüler ein eigenes Kunstwerk wird, das hinausgeht in die Welt und dort strahlt.
Der Kollegiumchor widmete ihrem Direktor einige Lieder, „As Radl der Zeit“ von Gretl Komposch war dem gebürtigen Kärntner sehr vertraut. Grußbotschaften und Soundcollagen der Schüler wurden per Video eingespielt.
Die Laudatio von Nachfolger in der Direktion Christian Freitag, entsprach nicht ganz den alltäglichen Normen. Willhelm Pichler ist in seiner Schulleitertätigkeit nicht beim Gewöhnlichen stehengeblieben, sondern er hat danach gestrebt, Grenzen auszuloten und Neues zu wagen. Deshalb gab es nicht nur Worte, sondern chemisch und physikalische Experimente, durchgeführt von seiner Assistentin Corinna Haasmann, ergänzten seine Rede. Einer der Höhepunkte: das Abteigymnasium wurde ein Realgymnasium, für manche einfach unvorstellbar, für Wilhelm Pichler war es einen Versuch wert, der aufgegangen ist.
Alle sagten das geht nicht, bis einer kam und es machte. Mit diesem Leitspruch ging Wilhelm Pichler voll in seiner Tätigkeit als Schulleiter auf. „Ich kann sagen, dass ich alles immer mit großer Leidenschaft gemacht habe, was ich auch gemacht habe.“ begann der scheidende Direktor seine Rede. Es waren Worte voller Dankbarkeit, der Familie gegenüber und vor allem auch seinen Eltern gegenüber, die bei der Feier anwesend waren. Alle haben ihm Haltung und Werte vermittelt, an denen er ein Leben lang zerrte und seine Kraft schöpfte.
Wilhelm Pichler kann man, ohne mit der Wimper zu zucken, das Adjektiv jugendlich, ansteckende Lebensfreude, Wissensdurst, Technik Affinität, Begeisterungsfähigkeit und Innovationsgeist attestieren.
Fotocredit: Walter Schindler
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